NAS-System ins Internet freigeben
Mache dein NAS-System über das Internet erreichbar, um es als WebDAV-Speicher mit footage.one zu verbinden.
Überblick
Um dein lokales NAS-System (z. B. Synology, QNAP) als Speicherquelle mit footage.one zu verbinden, muss es über das Internet erreichbar sein. Dafür sind drei Schritte notwendig:
- WebDAV auf dem NAS aktivieren — Der Dienst muss laufen und ein Port festgelegt sein
- Port-Forwarding im Router einrichten — Der Router leitet externe Anfragen an dein NAS weiter
- Dynamisches DNS (optional) — Eine feste Adresse für deinen Internetanschluss, falls du keine statische IP hast
Sicherheitshinweis: Wenn du ein Gerät ins Internet freigibst, ist es potenziell angreifbar. Verwende immer HTTPS (SSL/TLS), sichere Passwörter und halte die Firmware aktuell. Alternativ kannst du einen VPN-Zugang einrichten, um das NAS nur über einen verschlüsselten Tunnel erreichbar zu machen.
Schritt 1: WebDAV auf dem NAS aktivieren
Die Aktivierung von WebDAV unterscheidet sich je nach NAS-Hersteller. Detaillierte Anleitungen findest du hier:
Allgemeines Vorgehen
- Melde dich an der Weboberfläche deines NAS an
- Suche in den Einstellungen nach WebDAV oder WebDAV Server
- Aktiviere den Dienst und notiere den Port (Standard: 5005 für HTTP, 5006 für HTTPS)
- Aktiviere nach Möglichkeit HTTPS und deaktiviere HTTP
- Lege einen Benutzer mit Zugriff auf die gewünschten Ordner an
Empfohlene Ports
| Protokoll | Standard-Port | Empfehlung |
|---|---|---|
| HTTP | 5005 | Nicht verwenden (unsicher) |
| HTTPS | 5006 | Empfohlen |
Du kannst den externen Port im Router frei wählen — er muss nicht mit dem internen Port übereinstimmen.
Schritt 2: Port-Forwarding im Router einrichten
Dein Router blockiert standardmäßig eingehende Verbindungen aus dem Internet. Damit footage.one dein NAS erreichen kann, musst du eine Portweiterleitung einrichten.
Was du brauchst
- Interne IP-Adresse des NAS — z. B.
192.168.1.100(findest du in der NAS-Oberfläche oder im Router unter verbundene Geräte) - Interner Port — Der Port, auf dem WebDAV läuft (z. B. 5006)
- Externer Port — Der Port, über den das NAS von außen erreichbar sein soll (z. B. 5006 oder ein beliebiger anderer Port)
Allgemeines Vorgehen
- Öffne die Weboberfläche deines Routers (meist
192.168.1.1oder192.168.178.1) - Navigiere zu Portfreigabe, Port-Forwarding oder NAT
- Erstelle eine neue Regel:
- Name/Beschreibung: z. B. „NAS WebDAV"
- Protokoll: TCP
- Externer Port: z. B. 5006
- Interne IP: IP-Adresse deines NAS
- Interner Port: z. B. 5006
- Speichere die Regel
Router-spezifische Anleitungen
FRITZ!Box (AVM)
- Öffne
http://fritz.boxoderhttp://192.168.178.1 - Gehe zu Internet → Freigaben → Portfreigaben
- Klicke auf Gerät für Freigaben hinzufügen
- Wähle dein NAS aus der Geräteliste
- Klicke auf Neue Freigabe und wähle Portfreigabe
- Konfiguriere:
- Anwendung: Andere Anwendung
- Bezeichnung: „NAS WebDAV"
- Protokoll: TCP
- Port an Gerät: 5006
- Port extern: 5006
- Bestätige mit OK
FRITZ!Box Dokumentation: Portfreigaben einrichten
Telekom Speedport
- Öffne
http://speedport.ipoderhttp://192.168.2.1 - Gehe zu Internet → Portfreischaltung
- Aktiviere die Portfreischaltung
- Erstelle eine neue Regel mit den entsprechenden Ports und der IP deines NAS
Telekom Dokumentation: Portfreigabe im Speedport Router
TP-Link
- Öffne
http://tplinkwifi.netoderhttp://192.168.0.1 - Gehe zu Advanced → NAT Forwarding → Port Forwarding (oder Erweitert → NAT-Weiterleitung)
- Klicke auf Add / Hinzufügen
- Trage die Ports und die interne IP des NAS ein
- Speichere die Regel
TP-Link Dokumentation: How to configure Port Forwarding
Netgear
- Öffne
http://routerlogin.netoderhttp://192.168.1.1 - Gehe zu Advanced → Advanced Setup → Port Forwarding
- Klicke auf Add Custom Service
- Konfiguriere Service Name, Protokoll (TCP), externen und internen Port sowie die IP-Adresse
- Klicke auf Apply
Netgear Dokumentation: Port Forwarding einrichten
Vodafone Station / EasyBox
- Öffne
http://192.168.0.1oderhttp://easy.box - Navigiere zu Internet → Portfreigabe oder Firewall → Port Forwarding
- Erstelle eine neue Regel analog zu den anderen Routern
Beachte: Bei manchen Vodafone-Routern (insbesondere Kabelanschluss mit DS-Lite) ist Port-Forwarding eingeschränkt. In diesem Fall benötigst du eine öffentliche IPv4-Adresse oder nutzt IPv6.
Prüfen, ob die Freigabe funktioniert
Nach dem Einrichten kannst du die Freigabe testen:
- Finde deine öffentliche IP-Adresse unter wieistmeineip.de
- Versuche von einem externen Netzwerk (z. B. Mobilfunk) auf
https://deine-ip:5006zuzugreifen - Wenn der WebDAV-Server antwortet, ist die Freigabe korrekt eingerichtet
Schritt 3: Dynamisches DNS einrichten
Die meisten Internetanschlüsse haben keine feste IP-Adresse — sie ändert sich regelmäßig (z. B. alle 24 Stunden). Ein DynDNS-Dienst weist deinem Anschluss einen festen Hostnamen zu, z. B. mein-nas.dyndns.org.
Empfohlene DynDNS-Anbieter
| Anbieter | Kosten | Besonderheit |
|---|---|---|
| MyFRITZ! | Kostenlos | Direkt in FRITZ!Box integriert |
| No-IP | Kostenlos (Basis) | Weitverbreitet, viele NAS unterstützen es nativ |
| DuckDNS | Kostenlos | Open Source, einfach |
| Synology DDNS | Kostenlos | In Synology NAS integriert |
Einrichtung
- Registriere dich bei einem DynDNS-Anbieter und erstelle einen Hostnamen
- Konfiguriere den DynDNS-Dienst entweder:
- Im Router — Die meisten Router haben eine DynDNS-Einstellung unter Internet → DynDNS
- Auf dem NAS — Synology und QNAP bieten integrierte DynDNS-Clients
Bei FRITZ!Box (MyFRITZ!)
- Gehe zu Internet → MyFRITZ!-Konto
- Erstelle ein MyFRITZ!-Konto oder melde dich an
- Die FRITZ!Box aktualisiert automatisch die Adresse
deinname.myfritz.net
Schritt 4: In footage.one verbinden
Sobald dein NAS von außen erreichbar ist, kannst du es in footage.one als Speicherquelle hinzufügen:
- Gehe in footage.one zu Einstellungen → Speicher
- Wähle WebDAV als Speichertyp
- Trage die Verbindungsdaten ein:
- URL:
https://dein-hostname.dyndns.org:5006oderhttps://deine-ip:5006 - Benutzername und Passwort des WebDAV-Benutzers auf dem NAS
- URL:
- Teste die Verbindung
Sicherheitsempfehlungen
- HTTPS verwenden — Aktiviere SSL/TLS auf dem NAS und verwende ausschließlich HTTPS
- Let's Encrypt Zertifikat — Viele NAS-Systeme unterstützen kostenlose Let's Encrypt-Zertifikate direkt in der Oberfläche
- Sichere Passwörter — Verwende lange, einzigartige Passwörter für den WebDAV-Zugang
- Firmware aktuell halten — Sowohl NAS als auch Router regelmäßig aktualisieren
- Nur benötigte Ports freigeben — Gib nur den WebDAV-Port frei, nicht die gesamte NAS-Verwaltung
- 2-Faktor-Authentifizierung — Aktiviere 2FA für die NAS-Administration, falls verfügbar
- VPN als Alternative — Für maximale Sicherheit kannst du statt einer Portfreigabe einen VPN-Tunnel (z. B. WireGuard) einrichten und das NAS nur über den Tunnel erreichbar machen
Häufige Probleme
DS-Lite / Dual-Stack Lite
Einige Internetanbieter (besonders Kabelanbieter wie Vodafone/Unitymedia) nutzen DS-Lite. Dabei teilen sich mehrere Kunden eine öffentliche IPv4-Adresse — Port-Forwarding ist dann nicht möglich.
Lösungen:
- Beim Anbieter eine öffentliche IPv4-Adresse anfragen (oft kostenpflichtig oder auf Anfrage möglich)
- IPv6 nutzen, falls dein NAS und footage.one dies unterstützen
- Einen VPN-Dienst oder Reverse Proxy verwenden
Verbindung funktioniert intern, aber nicht extern
- Prüfe, ob die Portfreigabe im Router korrekt eingerichtet ist
- Teste von einem externen Netzwerk (nicht aus dem eigenen WLAN)
- Prüfe die Firewall-Einstellungen auf dem NAS
- Stelle sicher, dass der ISP den Port nicht blockiert
Zertifikatswarnungen im Browser
Wenn du ein selbstsigniertes Zertifikat verwendest, zeigen Browser eine Warnung an. Das ist normal, aber nicht ideal. Verwende stattdessen ein Let's Encrypt-Zertifikat über deinen DynDNS-Hostnamen.